Training nach dem Herzinfarkt

Wie bereits in der letzten Ausgabe von „Mein Leben“ beschrieben, empfehlen Experten inzwischen einen möglichst raschen Einstieg ins Training nach einem Herzinfarkt.

Auch Patienten mit Herzinsuffizienz oder koronarer Herzkrankheit können von regelmäßigem Training sehr profitieren.

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Training das Herz unterstützt und das Leben verlängert, denn Sport kann bestehende Symptome lindern und vor einem erneuten Infarkt schützen. Zudem verbessert Sport die körperliche Leistungsfähigkeit und erhöht so die Lebensqualität. Herzpatienten können hierbei zwischen verschiedenen Sportarten wählen. Zu den beiden Säulen im Herzsport zählen Ausdauersport und Krafttraining.

Bei den Ausdauersportarten trainieren wir nicht nur das Herz-Kreislauf-System, wir fördern auch die Durchblutung und kräftigen die Muskulatur. Der Vorteil dabei ist, dass nahezu alle Ausdauersportarten in niedriger Intensität betrieben werden und man sich so Schritt für Schritt an die optimale Leistung herantasten kann. Gerade zu Beginn ist es wichtig, noch vorsichtig zu starten, aber doch regelmäßig zu trainieren.

Im Gegensatz dazu ist bei den Ballsportarten die Gefahr groß, dass man sich übernimmt, wenn man dem Ball hinterherläuft, wenn man mit großem Eifer bei der Sache ist. Die gleichmäßige Belastung z. B. beim Radfahren ist besser geeignet, um einer Überlastungsgefahr aus dem Weg zu gehen.

Empfohlene Ausdauersportarten sind – je nach Leistungsniveau – z. B.:

  • Laufen/Joggen
  • Radfahren
  • Wandern
  • Walking/Nordic Walking
  • Schwimmen
  • Skilanglauf
  • Rudern
  • Inlineskaten


Generell sollte man die Trainingspulsbereiche von seinem Arzt festlegen lassen! Es gibt hier keine Faustformel, und es muss individuell entschieden werden.

Die zweite wichtige Trainingsform für Herzpatienten ist das Krafttraining. Hier gilt ebenfalls: moderat starten! Das Krafttraining dient zur Unterstützung des Ausdauertrainings und bringt neben der Verbesserung des Herz-Kreislauf-Systems weitere positive Nebeneffekte.
Es dient auch der Haltungsverbesserung, erhöht mit steigendem Muskelanteil den Grundumsatz und dient auch als Verletzungsprophylaxe.

Dabei sollte man sich im Kraftausdauerbereich – also bei 15–20 Wiederholungen pro Satz – bewegen, Pressen und Maximalanstrengungen gilt es zu vermeiden.

Wie häufig soll das Training stattfinden?

Ideal zum Starten wäre zweimal pro Woche moderates Ausdauertraining, jeweils 30 Minuten, plus 30–45 Minuten moderates Kraftausdauertraining.

Pro Woche erhöht man die Dauer des Ausdauertrainings um 5 Minuten, bis man nach 6 Wochen die volle Stunde erreicht. Dann kann man die Intensität erhöhen und wieder mit 30 Minuten starten und langsam jede Woche um 5 Minuten steigern, bis man nach 6 Wochen erneut die Intensität anpasst …

Beim Krafttraining ist es sinnvoll, Übungen und Gewicht 6 Wochen lang unverändert zu belassen, da der passive Bewegungsapparat länger zur Anpassung benötigt als Muskeln oder das Herz-Kreislauf-System.
Nach 6 Wochen ergibt es aber Sinn, Gewichte zu erhöhen und/oder Übungen zu wechseln.

Es gibt freilich einen gewaltigen Pool an Übungen und Übungsvariationen, aber oft sind die einfachen Übungen wie Kniebeuge, Plank oder Latzug besonders effektiv. Hier ergibt es Sinn, sich vom Profi einen Plan machen zu lassen, der die richtige Übungszusammenstellung für die eigenen Problemchen bewerkstelligen kann.

 

Paul Perneczky