Kleines Diabetes Lexikon

Eine Kooperation zwischen MEIN LEBEN und der Österreichischen Apothekerkammer

 

Apothekerinnen und Apotheker leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der österreichischen Bevölkerung. Wir betreuen täglich mehrere hunderttausend Kunden

am Tag. Vor allem chronisch kranke Menschen kommen häufig in die Apotheke, um sich beraten zu lassen. Das Service für Diabetiker umfasst neben der Erklärung eines Medikamenten-Einnahmeplans auch die Überprüfung von möglichen Neben- oder Wechselwirkungen bei der Einnahme mehrerer Arzneimittel sowie die Messung von Gesundheitswerten wie Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Gewicht. Aus vielen Studien wissen wir, dass eine intensive Betreuung und Beratung den Heilungserfolg deutlich verbessert. Oft ist es schon das persönliche Gespräch mit der Apothekerin, ein wichtiger Ratschlag oder ein guter Tipp, der Diabetikern wieder
Sicherheit und Motivation gibt – mit Hilfe wertvoller Arzneimittel aus der Apotheke – beschwerdefrei Ihr Leben zu genießen.

Das vorliegende Lexikon macht Sie mit speziellen Begriffen rund um Diabetes vertraut und liefert kurze, prägnante Erklärungen. Es ist als handliches Nach-schlagewerk für Diabetiker und Interessierte gedacht. Betrachten Sie das „Kleine Diabetes-Lexikon“ als unseren bescheidenen Beitrag zum bessern Verständnis
einer langwierigen Krankheit.

Ihre
Mag. pharm. Dr. Christiane Körner
Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer

 

Vorwort: Die Sprache der Medizin und der medizinischen Berufe ist oft nicht leicht zu verstehen. Immer noch bergen die den Medikamenten beigepackten Patienten-informationen oder die Laborbefunde Geheimnisse, die es zu entschlüsseln gilt. Will man doch als Patient, als Patientin kompetent über die eigene Erkrankung und was man dagegen tun kann oder soll, informiert sein.

Oftmals fehlt es den Fachleuten an Zeit, die für sie selbstverständlichen Begriffe uns Laien zu erklären. Warum das so schwierig ist? Die Lehre von Krankheit und Gesundheit ist Jahrtausende alt. Die ersten, die Bücher darüber verfassten, waren die alten Griechen. Viele alt-griechische Begriffe haben sich daher bis heute erhalten. Die nächsten Fachbücher wurden in lateinischer Sprache geschrieben, die bis ins vorige (ich meine das 20.!) Jahrhundert von vielen Menschen beherrscht wurde. Die meisten Fachbegriffe stammen aus dem Lateinischen oder wurden dieser Sprache angepasst. Oft werden Kombinationen aus beiden Sprachen oder aus einer der beiden mit dem Deutschen verwendet oder die ursprünglichen Endungen wurden durch deutsche Endungen er-setzt, was die Sache nicht leichter macht.

Die heutige Wissenschaft spricht die Sprache, die inzwischen die westliche Welt beherrscht: Englisch. Das bedeutet, dass oftmals die alten griechischen oder lateinischen Begriffe englisch geschrieben und ausgesprochen werden. Die Medizin hat sich ihren eigenen Turm zu Babel gebaut und für ein- und dasselbe Krankheits-bild werden drei verschiedene Schreibweisen verwendet. Diese kleine Broschüre soll Ihnen einige wenige, für Sie als Diabetiker, als Diabetikerin wichtige Begriffe ver-stehen helfen. Vieles wissen und verstehen Sie vielleicht schon, aber niemals können alle alles wissen.

A

Adipositas
Krankhaftes Übergewicht, Fettleibigkeit, BMI über 30.

akut
Plötzlich auftretend und kurz anhaltend. Eigenschaftswort, das meist verwendet wird um Krankheitszeichen (Sympotme), Krankheiten oder Notfälle näher zu beschreiben.

Albumin
Körpereigenes Eiweiß, das in der Leber gebildet wird. Wird zu viel Albumin bei einem Labortest im Urin gefunden (Mikroalbuminurie), gilt das als frühes Zeichen für einen Nierenschaden.

Altersdiabetes
Veraltete Bezeichnung für Typ-2-Diabetes.

Alt-Insulin
Veraltete Bezeichnung für Normal-Insulin.

Aminosäuren
Eiweiß-Bausteine. Insulin ist ein Eiweiß mit 51 Aminosäuren.

Ampulle
Verschlossenes Glasfläschchen für flüssige Arzneimittel (Insulin, Impfstoff), aus dem der Inhalt mit einer Spritze aufgezogen wird.

Amputation
Operation, bei der ein Körperteil abgetrennt wird.

Analgesie/Analgetika/analgetisch
Schmerzstillung/Medikamente gegen Schmerzen/schmerzstillend.

Anamnese
Erfassen der Krankheits-Vorgeschichte bei der ärztlichen Untersuchung durch persönliche oder schriftliche Befragung.

Angiographie
Darstellung von Blutgefäßen mittels Bildgebender Diagnostik.

Angiopathie
Übergeordneter Begriff für Erkrankungen der Blutgefäße (Arterien, Venen, Kapillaren,
Mikroangiopathie und Makroangiopathie).

Antibiotika (Mehrzahl von Antibiotikum)
Medikamente, die Bakterien oder schädliche Pilze töten bzw. ihre krankmachende Wirkung verhindern können.

antibiotisch
Eigenschaftswort, wirksam gegen Bakterien oder Pilze.

Antidiabetika (Mehrzahl von Antidiabetikum)
Überbegriff für Medikamente oder Wirkstoffe, die den Blutzucker senken.

Apoplex/Apoplexie
Schlaganfall oder Gehirnschlag.

Arterien
Blutgefäße, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen weg transportieren, so genannte Schlagadern.

Arteriosklerose (auch Atherosklerose, Atherosklerosis, „Arterienverkalkung“)
Erkrankung der Arterien. Die Arterienwand verliert ihre Elastizität, weil sie verhärtet und verdickt ist. Innen lagern sich krankmachende Substanzen (Fette, teils auch Kaliumsalze) ab, die zu Durchblutungsstörungen bis zum völligen Verschluss des Blutgefäßes führen können.

Aspartam
Süßstoff ohne Kalorien.

B

Bakterien
Einzellige Lebewesen, manchmal nützlich, manchmal Krankheitserreger. Werden mit Antibiotika bekämpft.

Ballaststoffe
Kohlenhydrate in der Nahrung, die nicht oder sehr schlecht verwertet und unverdaut
wieder ausgeschieden werden. Fördern die Darmtätigkeit und können sich günstig auf den Blutzucker auswirken.

Basal-Insulin
Jenes Insulin (Verzögerungsinsulin), das die ständige Arbeit einer gesunden Bauch-speicheldrüse nachahmt und dem Körper die nötige Grundversorgung mit Insulin zur
Verfügung stellt.

Basis-Bolus-Therapie (Prinzip, Behandlung)
Einerseits wird mit dem Basal-Insulin (Verzögerungsinsulin) die Grundversorgung mit Insulin aufrechterhalten, andererseits wird durch so genannte Bolusgaben oder Boli Normalinsulin je nach Bedarf zum Essen gegeben.

BE
Abkürzung für Broteinheit.

Beta-Zellen
Jene Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren und in den Körper
abgeben.

Blutdruck
Wird nach der Messung in mm/Hg angegeben. Zuerst jener Druck, der in den Gefäßen herrscht, die vom Herzen wegführen (systolischer Druck), dann jener, der im Herzen herrscht (diastolischer Druck). Gesund ist ein Blutdruck von unter/gleich
135/85. Für Risikopatienten (z. B. bei schon vorhandenen Folgeschäden) gelten teilweise niedrigere Werte.

Blutfette
Fachausdruck Lipide.

Blutzucker
Jene Menge an Zucker (Glucose), die im Blut messbar ist. Wird in mg/dl Milligramm pro Deziliter) angegeben.

Blutzuckerselbstkontrolle:
Mittels Teststreifen und Testgerät selbständig durchgeführte Messung des Blut-zuckers. Grundlage der Insulintherapie, damit die zugeführte Insulinmenge dem momentanen Bedarf angepasst werden kann.

BMI/Body-Mass-Index
Maßeinheit für die Körperfettmenge. Berechnung: Körpergewicht in Kilogramm divi-diert durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. BMI über 25 bedeutet zu viel Fett im Körper.

Bolus/Bolusgabe
Einmaliges Spritzen von schnell wirksamem Normalinsulin. Insulin zum Essen.

Broteinheiten/BE
Der Anteil eines Nahrungsmittels in Kohlenhydraten. 1 BE ist ca. 10 g bis 12 g Kohlenhydrate, das entspricht einer halben Semmel, einer Kartoffel, einer dünnen Scheibe Brot oder 50 g Pommes frites.

Bildgebende Dagnostik
Untersuchung mittels Geräten, die Bilder vom Körperinneren machen können z. B.
Röntgenuntersuchung oder CT (Computertomographie), MRT (Magnet-Resonanz Tomographie).

C

Cholesterin
Fett (Lipid), das vom Körper selbst produziert und mit der Nahrung aufgenommen
wird. Gutes Cholesterin: HDL-Cholesterin, schlechtes Cholesterin: LDL-Cholesterin. Zu viel LDL-Cholesterin im Blut ist ein Risikofaktor für Arteriosklerose, Makroangiopathie und Herzinfarkt.

C-Peptid
Die gemessene Menge des C-Peptid ist ein Hinweis darauf, wie viel Insulin der Körper selbst herstellen kann.

Cortison (Kortison)
Körpereigenes Hormon der Nebenniere. Wird als Medikament gegen Entzündungen
eingesetzt und kann die Blutzuckerwerte verschlechtern.

Cyclamat
Süßstoff ohne Kalorien.

D

Depot-Insulin
Veraltete Bezeichnung für Verzögerungsinsulin.

Depression
Psychische Erkrankung, die sich in allgemeiner Niedergeschlagenheit äußert und häufig bei Diabetikern auftritt. Es kann zu Beschwerden wie Erschöpfung, Schlaf-störungen, Gewichtsveränderungen, Sexualfunktionsstörungen, Freud- und Interesselosigkeit und vielen weiteren Beschwerden kommen. Für die genaue Diagnose einer Depression, die behandelt werden muss gibt es einen 2-Fragen Test: 1. Gab es in den letzten vier Wochen eine Zeitspanne, während der Sie sich nahezu jeden Tag niedergeschlagen, traurig oder hoffnungslos fühlten?
2. Oder eine Zeitspanne, während der Sie das Interesse an Tätigkeiten verloren haben, die Ihnen sonst Freude machten? Werden beide Fragen bejaht und wird ein
Zeitraum von mindestens zwei Wochen angegeben sollte ein Arzt aufgesucht werden, der über die Behandlung entscheiden wird.

Diabetes mellitus
Wörtlich: honigsüßer Durchfluss, Zuckerkrankheit. Beschreibung für jene Be-schwerden, die zu Beginn der Erkrankung oder bei schlechter Blutzuckereinstellung auftreten können: Häufiges Wasserlassen, großer Durst und Zucker im Harn.

diabetisch
Eigenschaftswort für Symptome oder Folgeerscheinungen des Diabetes.

Diabetischer Fuß
Gefürchtete Folgeerscheinung. Die Schädigung der Nerven und/oder Blutgefäße,
kann zu schlecht heilenden Wunden und krankhaften Veränderungen des Fußes
führen, die sogar eine Amputation zur Folge haben können.

Diabetologe/Diabetologie
Ärztlicher Experte für Diabetes, Wissenschaft/Lehre vom Diabetes.

Diagnose/Diagnostik
Feststellung und Bezeichnung von Krankheiten.

Dialyse
Blutreinigung, wenn die Niere nicht mehr richtig funktioniert.

Diastolischer Blutdruck
Unterer Blutdruckwert, Herzkammern füllen sich mit Blut.

Diuretikum/Diuretika (Mehrzahl von Diuretikum)
Entwässernde Medikamente, die der Niere helfen, und so den Blutdruck senken können. Sie können zu höherem Blutzucker führen, sodass die Dosierung von Insulin oder Tabletten angepasst werden muss.

Dosierung
Menge und Zeitpunkt(e) für die Verabreichung eines Medikamentes.

Dosis
Menge eines Medikamentes.

E

Eiweiß/Eiweiße
Wichtige Bestandteile des Körpers, aus Aminosäuren bestehend. Tierisches und
pflanzliches Eiweiß ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung, 1 g = 4 kcal.

EKG/Elektrokardiogramm
Möglichkeit zur Messung der Herztätigkeit.

Erektile Dysfunktion/ED
Fachausdruck für die Störung der Erektionsfähigkeit. Kann Anzeichen einer schweren Erkrankung sein.

F

Fett
Grundnahrungsmittel, Geschmacksträger, Energielieferant (1 g = 9 kcal), Bestand-teil des Körpers.

Folgeerkrankungen
Die gefürchteten Spätschäden an Gefäßen, Nieren, Augen usw. des Diabetes.

Fruktose
Zucker, der beispielsweise in Früchten, Honig und auch im Haushaltszucker enthalten ist. Sehr süß, hat aber dieselben Eigenschaften wie Glukose.

Fußpflege
Zur Vermeidung von Folgeschäden, wie diabetischer Fuß oder Ulcera sollen die Füße sorgfältig – am besten durch professionelle Fußpflege – gepflegt und vor Verletzungen geschützt werden.

G

Gefäßschäden
Durch Diabetes oder andere Erkrankungen ausgelöste Verengung oder Verstopfung
von Arterien. Dadurch kommt es zu Durchblutungsstörungen in den dadurch schlecht versorgten Organen und Körperteilen (Arteriosklerose).

Gene/Genetik
Ererbte Anlagen, Lehre von der Vererbung.

Gestationsdiabetes
Durch eine Schwangerschaft ausgelöster Diabetes, der unbedingt behandelt werden
muss, um Entwicklungsstörungen beim Kind zu vermeiden.

Gestörte Glukosetoleranz
Weist auf eine Stoffwechselstörung hin, wenn die Blutzuckerwerte beim Glukose Toleranztest höher liegen als bei Nichtdiabetikern, aber noch nicht so hoch wie bei
unbehandelten Diabetikern.

Glaukom
Grüner Star, erhöhter Augeninnendruck.

Glucagon
Körpereigenes Hormon, das zu einem Blutzuckeranstieg führt. Kann zur Be-handlung von Hypoglykämien gespritzt werden.

Glukose
Zucker, der im Blut vorhanden ist, Blutzucker.

Glukose-Toleranztest
Zuckerbelastungs-Test zur Diagnose bei Verdacht auf Diabetes. Der Blutzucker wird vor und nach einem Glukosetrunk gemessen.

Glykämischer Index
Ist ein Anhaltspunkt für die Blutzuckerwirksamkeit einzelner Lebensmittel. Bezugs-größe ist Traubenzucker mit 100 Prozent. Wichtiges Hilfsmittel bei Kohlenhydrat-armer Ernährung.

H

Hämoglobin A1/HämoglobinA1c
Hämoglobin (Hb) ist der rote Blutfarbstoff. A1 und A1c dienen zur Kennzeichnung
jenes Hämoglobins, das mit dem Zucker im Blut verbunden ist, das dann als HbA1
(verschiedene Zuckerarten) oder HbA1c (Traubenzucker) bezeichnet wird. Dieses so
genannte Zucker-Hämoglobin ist das Maß für die durchschnittliche Zuckerkonzen-tration während der letzten 8 bis 10 Wochen und sollte für eine gute Stoffwechsel-einstellung unter 6,5 Prozent (NSGP) bzw. zwischen 29 und 42 mmol/mol (IFCC) liegen.

Harnzucker
Im Urin enthaltene Glukose, die auch auf erhöhte Blutzuckerwerte hinweist.

HbA1c/HbA1
Siehe Hämoglobin.

HDL-Cholesterin
Der „gute“, schützende Bestandteil des Gesamtcholesterins.

Herzinfarkt
Lebensgefährliche, oft schmerzhafte, plötzliche Durchblutungsstörung im Herzmuskel.

Hyperglykämie
Erhöhte Blutzuckerkonzentration, muss behandelt werden. Siehe auch Unter-zuckerung.

Hyperinsulinämie
Zu hohe Konzentration von Insulin im Blut.

Hypertonie
Zu hohe Blutdruckwerte, Bluthochdruck. Der Blutdruck sollte normalerweise 135/85
nicht überschreiten, sonst muss behandelt werden.

Hypoglykämie
Unterzuckerung. Zu niedrige Blutzuckerwerte lösen meist Symptome, wie Zittern, Schwitzen und Hungergefühl aus. Muss mit Gabe von Zucker oder schnell wirk-samen Kohlenhydraten behandelt werden.

I

Immunsystem
Körpereigenes Abwehrsystem

Injektion/injizieren
Einbringen einer körperfremden Substanz mit Hilfe einer Spritze in den Körper. Kann
direkt unter die Haut (subcutan, s. c.), in eine Vene (intravenös, i. v.) oder in einen Muskel (intramuskulär, i. m.) erfolgen.

Inselzellen
Die Zellen der so genannten Langerhans’schen Inseln in der Bauspeicheldrüse.
Alpha-Zellen bilden Glukagon, Beta-Zellen bilden Insulin.

Inselzell-Transplantation
Mögliche Behandlung von Diabetes in der Zukunft. Gesunde Inselzellen, die Insulin produzieren können, werden in die Bauchspeicheldrüse von Diabetikern verpflanzt.

Insulin
Hormon der Bauchspeicheldrüse, das Glukose im Körper verwertet und Energie liefert. Das Insulin in der Spritze bzw. im Pen wird künstlich mittels Gentechnik hergestellt.

Insulinpumpe
Siehe Pumpe.

Insulinresistenz
Tritt vor allem bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern auf. Die Körperzellen können
das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin nicht mehr aufnehmen. Dadurch wird der Blutzucker erhöht.

Intensivierte Insulintherapie
Diese Behandlung des Diabetes ahmt die natürlichen Vorgänge am besten nach,
setzt aber nicht nur Disziplin, sondern auch eine gute Schulung und die Bereitschaft zu häufigem Blutzucker-Messen voraus. Dabei wird zu den vom Arzt festgelegten Zeiten die Grundversorgung des Körpers mit so genanntem Verzögerungs-Insulin gespritzt. Zu den Mahlzeiten wird je nach Bedarf – und nach genauer Messung – kurzwirksames Insulin dazu gespritzt.

J

Joule
Vorgeschriebenes Maß für die Energiemenge, das sich im allgemeinen Sprachge-brauch nicht durchgesetzt hat. 4,18 Joule = 1 Kalorie.

Jugendlicher/juveniler Diabetes
Frühere Bezeichnung für Typ-1-Diabetes.

K
Kalorie/Kilokalorie/kcal
Gebräuchliches Maß für Energie. 1 kcal = 4,18 Kilojoule.

Kapillaren
Kleine und kleinste Arterien.

Katheter
Dünner Schlauch, der in Adern, die Harnröhre oder in den Körper eingeführt werden kann, um Flüssigkeiten zu transportieren.

Ketoazidose
Schwere Stoffwechselentgleisung bei Insulinmangel. Kann zum Koma und zum
Tod führen.

Kohlenhydrate
Grundlage der Ernährung. 1 Gramm Kohlenhydrate enthält 4 kcal.

Koma
Schwere Bewusstlosigkeit.
L

Lactose
Milchzucker.

LADA
Kurzbezeichnung für einen Typ-1-Diabetes, der im Alter auftritt.

Lanzette
Stichgerät für die Blutzuckermessung.

LDL-Cholesterin
Bestandteil des Cholesterins, der für die Gefäßverengung verantwortlich ist. Schlechtes Cholesterin“.

Lipid(e)
Fett(e).

M

Makroangiopathie
Erkrankung der großen Arterien z. B. Herzkranzgefäße, Beinarterien.

Makula
Der gelbe Fleck der Netzhaut.

Makuladegeneration
Folgeschaden, führt zu Sehstörungen und Verlust des Sehvermögens.

Metabolisches Syndrom
Bluthochdruck, Adipositas, erhöhte Blutfette und Typ-2-Diabetes können gleichzeitig
auftreten und sind ein hoher Risikofaktor für schwere Gefäßschäden.

Metabolismus/metabolisieren
Stoffwechsel, verarbeiten von Stoffen, die dem Körper zugeführt werden.

Mikroalbuminurie
Zu viel Albumin – kleinste Eiweißkörper – im Urin.

Mikroangiopathie
Folgeschaden an den kleinsten arteriellen Blutgefäßen (Kapillaren). Kann zu Retinopathie und Nephropathie führen.

Mischinsulin
Kombination aus kurz wirkenden und lang wirkenden Insulinen.

Myocard
Herzmuskel.

N

Nebennieren
Hormonproduzierende Drüsen an den Nieren.

Nephropathie
Folgeschaden. Erkrankung der Nieren, die Dialyse notwendig machen kann.

Neuropathie
Folgeschaden. Erkrankung der Nerven.

NIDDM
Nicht Insulin-abhängiger Diabetes.

Normalinsulin
Kurz wirkendes Insulin.

NPH-Insulin
Lang wirkendes Insulin.

O

Oedem/Ödem
Schwellung, die durch Flüssigkeites-Ansammlung im Gewebe entsteht.

oral
Eigenschaftswort. Durch den Mund. Wird für Arzneimittel verwendet, die geschluckt
werden sollen.

Orale Antidiabetika
Arzneimittel, die den Blutzucker senken.

Osteoporose
Schwere Erkrankung der Knochen.

P

Pankreas
Die Bauchspeicheldrüse produziert außer dem „Bauchspeichel“, dem Verdau-ungssaft, der unsere Verdauung im Dünndarm ermöglicht, das wichtige Hormon Insulin.

pAVK/periphere, arterielle Verschlusskrankheit
Tritt bei Diabetikern häufig auf. Die Arterien der Beine, Arme und Füße funktionieren nicht richtig, weil sie verstopft sind, was Schmerzen verursacht (Schaufensterkrankheit).

Pen
Injektionshilfe für die Insulininjektion.

Periphere Neuropathie
Folgeschaden. Die Nerven, die Haut und Muskeln versorgen, funktionieren nicht
mehr richtig. Kann verminderte Schmerzempfindung oder Heiß-Kalt-Empfindung
verursachen, aber auch Schmerzen.

poly
Eigenschaftswort. Griechisch für viel oder vielfach.

post
Lateinisch für nach oder nachfolgend.

prä/prae
Lateinisch für vor oder vorher.

Prävention
Vorsorge, vorbeugende Maßnahmen.

Proteinurie
Eiweiß im Harn. Anzeichen für einen Nierenschaden.

psychisch
Eigenschaftswort, das seelische Vorgänge und das darauf beruhende Empfinden, Denken, Fühlen und Verhalten beschreibt.

Pumpe
Gerät zur Insulinabgabe, das am Körper getragen und vom Diabetiker oder dessen
Betreuung gesteuert wird, auch sinnvoll bei Babys und Kleinkindern.

Q

Qualitätskontrolle
Überprüfung der Qualität von Behandlung und Vorbeugung der Folgeschäden bei
Diabetes.

R

Regular Insulin
Englisch für Normalinsulin.

Remission
Stillstand bzw. Zurückgehen einer Krankheit.

Remissionsphase
Bei Typ-1-Diabetes, am Beginn der Insulinbehandlung: vorübergehende Verringerung
des Insulinbedarfs weil noch eine Insulinreserve im Körper vorhanden ist. Kann einige Monate dauern. Dann muss dem Körper wieder Insulin zugeführt werden.

Resorption
Aufnahme eines Stoffes in den Körper.

Retina/Retinopathie
Netzhaut. Erkrankung der Netzhaut als Folgeschaden, kann zur Erblindung führen. Regelmäßige Augenkontrolle ist unerlässlich.

Rezidiv
Wiederauftreten einer Erkrankung.

Risiko/Risikofaktoren
Gefahr. Jene Voraussetzungen, unter denen weitere, oft schwerwiegende Erkrankungen auftreten können. Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes, Bewegungsmangel usw. gelten als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-erkrankungen.

S

Saccharin
Synthetischer Süßstoff ohne Kalorien.

Schaufensterkrankheit
Umgangssprachlich für pAVK. Die Bezeichnung weist auf die schmerzenden Beine hin, die ein Weitergehen unmöglich machen, sodass man vor jedem Schaufenster stehen bleibt.

Schwangerschaftsdiabetes
Siehe Gestationsdiabetes.

Selbstkontrolle
Blutzucker oder Harnzucker sowie Blutdruck und Körpergewicht werden vom Diabetiker selbst gemessen, sodass selbständig richtig reagiert werden kann.

Sorbit
Ein Zuckeraustausch-Stoff, der bei der Umwandlung von Fruktose in Glukose
entsteht.

Stoffwechsel
Alle mit der Nahrung zugeführten Stoffe werden im Körper verarbeitet, umgewandelt
und abgebaut. Siehe auch Metabolismus.

subkutan/subcutan
Unter der (die) Haut.

Süßstoffe
Zuckerersatzstoffe ohne Kalorien und ohne Auswirkungen auf den Blutzucker.

Sulfonylharnstoffe
Arzneimittel, die die Bauchspeicheldrüse zur Produktion von Insulin anregen und
dadurch den Blutzucker senken.

Symptom
Bestimmtes Anzeichen für eine Krankheit.

Syndrom
Gleichzeitig auftretende Symptome, die auf eine bestimmte Krankheit schließen lassen bzw. eine Krankheit bezeichnen.

Systolischer Blutdruck
Oberer Blutdruckwert, der in den Gefäßen herrscht, wenn sich der Herzmuskel
zusammenzieht. Sollte 135 mmHg nicht überschreiten.

T

T-/H-Quotient/Taille-Hüft-Quotient
Dient der Bestimmung des FettverteilungsMusters (waist/hip ratio). Therapie
Behandlung, die vom Arzt verordnet wird.

Thrombose
Verschluss eines Gefäßes durch ein Blutgerinnsel, Blutpfropfen, (Thrombus) häufig in einer Vene, manchmal in einer Arterie.

Transplantation
Verpflanzung von Organen (Niere, Bauchspeicheldrüse) oder Zellen (Inselzellen) von
einem Menschen zum anderen.

Traubenzucker
Glukose. Die Glukosemenge im Blut wird bei der Blutzuckermessung erhoben. Kann im Fall einer Hypoglykämie helfen.

Triglyceride
Blutfette. Ergibt eine Messung erhöhte Triglyceride kann dies auf schlecht eingestellten Diabetes bzw. Übergewicht hinweisen.

Typ-1-Diabetes
Wenn der Körper durch Zerstörung der Insulin bildenden Zellen kein oder zu wenig Insulin produzieren kann. Muss von Anfang an mit Insulin behandelt werden, da sonst schwerwiegende Folgeschäden auftreten.

Typ-2-Diabetes
Wenn der Körper das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin nicht mehr
richtig verarbeiten kann bzw. wenn die Bauchspeicheldrüse mit der Zeit zu wenig
Insulin produziert. Kann anfangs mit Tabletten behandelt werden.

U

Ulcera (Mehrzahl von Ulcus/Ulkus)
Lateinisch für Geschwür, tritt meist an den Füßen und Beinen auf (Ulcus cruris).

Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Zu wenig Zucker im Blut, verursacht Warnsymptome, muss mit Traubenzucker oder
Glucagon behandelt werden.

V

Veganer
Menschen, die bei ihrer Ernährung und im Alltag jegliche Tierprodukte ablehnen, also auch keine Milch und Eier zu sich nehmen und kein Leder verwenden.

Vegetarier
Menschen, die Fleisch ablehnen und vorwiegend pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, jedoch auch Produkte, die Milch und Eier enthalten verwenden.

Venen
Blutgefäße, in denen das Blut zum Herzen fließt.

Verzögerungsinsuline
Lang (bis 24 Stunden) wirkende Insuline.

Vibrationsprüfung
Mit Hilfe einer Stimmgabel wird untersucht, ob eventuell eine periphere Neuropathie
vorliegt.

Vitamine
Vita ist das lateinische Wort für Leben. Nährstoffe, die für ein gesundes Leben
notwendig und vor allem in Pflanzen, aber auch in tierischen Produkten enthalten sind. Manchmal braucht der Körper Vitamine in Form von Tabletten oder Kapseln.

W

Wahrnehmungsstörungen
Plötzliches schlechtes Sehen oder Hören, Gleichgewichtsstörungen usw. können ein Warnsymptom der Hypoglykämie sein.

Waist/hip ratio
Quotient aus Taillenumfang und Hüftumfang. Dient der Bestimmung des Fettverteil-ungsmusters und damit der Risikoerkennung.

Warnsymptome
Anzeichen einer Hypoglykämie, können z. B. Zittern, Heißhunger, verändertes, auffälliges Verhalten oder Wahrnehmungsstörungen sein. Bei erstem Auftreten sofort mit Traubenzucker oder Glucagon behandeln.

Z

Zucker
Übergeordneter Begriff für verschiedene Zuckerarten, wie Fruchtzucker und Trauben-zucker, auch in Kombination. Falscher Ausdruck für Diabetes.

Zucker-Austauschstoffe
Sind Süßungsmittel, Kohlenhydrate, deren Verarbeitung im Körper kein Insulin braucht.