Cholesterin - welche Werte sind gefährlich?

FotoDr. Ernst Luchner, Salzburger Diabetes-Schulungsarzt, beantwortet in MEIN LEBEN Ihre persönlichen Fragen.

Frage: Mein Arzt hat mir empfohlen mein Blut im Labor untersuchen zu lassen. Welche Werte sind gefährlich? Was kann ich tun, wenn beispielsweise der Cholesterinwert zu hoch ist?

Dr. Luchner: Als Diabetiker sollten Sie neben der meist selbst durchgeführten  Bestimmung des Blutzuckers aus dem Fingerblut(nüchtern und postprandial: 2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme) auch regelmäßig Laboruntersuchungen – nach Verordnung durch Ihren Arzt – durchführen lassen.

Regelmäßig – alle 3 Monate – wird der Blutzuckerlangzeitwert HbA1c bestimmt, welcher Ihnen und Ihrem Arzt „unbestechlich“ die Information liefert, wie gut Ihre Stoffwechseleinstellung in den letzten 10 Wochen war. Er wird auch als Blutzuckergedächtnis bezeichnet und ist unabhängig davon ob Sie vereinzelt sehr hohe oder tiefe Werte hatten bzw. vor der Kontrolle zur Zielerreichung noch schnell ein paar Tage Diät einlegten.

Dieser Wert sollte möglichst unter 7 Prozent besser noch unter 6,5 Prozent sein (entspricht einer guten Einstellung). Diese Grenzwerte sind aber auch abhängig von Ihrem Alter und Ihrer individuellen Diabetessituation und werden vom Arzt festgelegt.  Eine Studie hat belegt dass eine Senkung eines erhöhten  HbA1c um 1 Prozent bereits eine deutliche Risikoreduktion für Diabetes bezogene Komplikationen ergibt.

Auch sieht man bei diesen regelmäßigen Kontrollen ob eine eingeleitete Therapieumstellung, wie neue Tabletten, Bewegung, besser angepasste Kost etc. zu einer signifikanten Senkung eines zuvor erhöhten Langzeitwertes geführt hat. Bleibt dieser Wert über längere Zeit (Monate) trotz Intervention außerhalb des Zielbereiches ist dies auch das Signal bei nicht mehr wirksamer oraler Medikamententherapie (Tabeltten) auf eine Insulintherapie umzustellen.

Eine Einzelblutzuckermessung ist ja nur die Abbildung einer Ist-Situation – ähnlich einer Fotografie und kann bereits nach kurzer Zeit ganz andere Werte zeigen – z. B. nach Insulingabe. Sie gibt uns als Einzelwert aber nur eingeschränkt Auskunft über die Qualität Ihrer Stoffwechsleinstellung, außer Sie messen regelmäßig und alle Ihre Werte liegen fast immer außerhalb (schlecht) oder innerhalb (gut) des mit dem Arzt vereinbarten Zielbereichs.

Die Blutfette Cholesterin und Triglyceride werden meistens 1x jährlich bestimmt um hier weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer Arteriosklerose – letztlich die Hauptursache für Schlaganfall und Herzinfarkt auszuschließen. Verursacher dieser Gefäßverkalkungen sind im wesentlichen neben den Blutfetten die dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel aber auch der Bluthochdruck und das Niktion, der Faktor den man eigentlich selbst in der Hand (!)hat – also unbedingt als Diabetiker NICHT RAUCHEN!

Beim Cholesterin wird  noch ein sogenanntes „gutes „Cholesterin – HDL Cholesterin  – und ein „böses „LDL Cholesterin“ unterschieden, die Zielwerte, welche Sie hier erreichen sollten, sind abhängig von Ihrem Risikoprofil! Das Gesamtcholesterin sollte unter 200mg/dl sein. Sollte das Cholesterin erhöht sein, dann muss unbedingt auf eine cholesterinarme Diät geachtet werden und eine entsprechende Ernährungsberatung und Ernährungsumstellung erfolgen. Cholesterin ist nur in tierischen Produkten enthalten, d. h. alles, was vom Tier stammend gegessen wird, kann auch prinzipiell Cholesterin enthalten, sehr viel ist z. B. im Eidotter, in bestimmten Fleischsorten, oder in Butter enthalten.

Die Triglyceridspiegel sollten unter 150mg/dl sein und sind abhängig und beeinflussbar über die Gesamtfett- und Zuckerzufuhr sowie über die Alkoholmenge, die getrunken wird.

Da der menschliche Körper das meiste  Cholesterin und auch Triglyceride selbst produziert, kann es sein, dass trotz idealer Diätbedingungen die Werte im Blut zu hoch sind und damit wird dann eine dauerhafte medikamentöse Therapie unumgänglich.

Führen Sie die vom Arzt verordneten regelmäßige Kontrollen Ihrer  Blutdruckwerte/ Blutzuckerwerte und der Laborwerte durch und streben Sie die konsequente Behandlung zum Erreichen der Zielbereiche an – dann bleiben Sie auf lange Sicht von Folgeschäden – ausgelöst durch die Gefäßverkalkung verschont. Bewegung und das Anstreben des Idealgewichtes gelten als wesentlicher Schlüsselfaktor alle diese Risikofaktoren zu verbessern!