"Montezumas Rache" nicht nur auf Reisen ein Problem

Vorbeugung und Behandlung von Durchfällen und Erbrechen auf Reisen 

Urlaub ist für viele die schönste Zeit des Jahres, aber es kann vorkommen, dass es durch verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser zu Reisedurchfällen kommt. Vorbeugung ist das oberste Gebot, um „Montezumas Rache“ zu vermeiden.

Von Barbara Semlitsch

 

Ein wichtiger Grundsatz:„ Koche es, schäle es oder vergiss es!“

  • Wasser nur aus original verschlossenen Flaschen oder Dosen verwenden.
  • Vorsicht bei Eiswürfeln, da sie aus ortsüblichem Leitungswasser hergestellt sein können.
  • Rohes Fleisch, Fisch, rohes Gemüse oder Salat, Eier (Buffet!) vermeiden!

Alle Reisenden, vor allem aber Personen mit Diabetes mellitus, sollten sich vor Reiseantritt genau über Vorsichtsmaßnahmen informieren, um Unannehmlichkeiten wie Erbrechen und/oder Durchfall zu vermeiden.

Sollte es doch zu Erbrechen und/oder Durchfällen kommen, ist die Gefahr einer Unterzuckerung, besonders nach den Mahlzeiten, groß. Man muss – in welcher Form auch immer – Kohlenhydrate zuführen, um der Wirkung des beispielsweise bereits gespritzten Insulins entgegenzuwirken.

Regelmäßige Stoffwechselselbstkontrollen wie Blutzuckermessungen sind auf jeden Fall oberstes Gebot!

Allgemeine Maßnahmen bei Erbrechen und/oder Durchfällen:

  • Ausreichend Flüssigkeit zuführen; z. B. mit Flüssigkeits- und Elektrolytlösung: 2 EL Zucker, 1 TL Salz in einem Liter Orangensaft lösen (ca. 13 BE)
  • Bei Besserung der Symptome: Zwieback, schwarzer Tee, Soletti, Coca Cola (diesmal nicht „light“), geschabter Apfel und dann Aufbaukost
  • Dosisanpassung (Insulin/Medikamente) nach Bedarf!

Empfehlung für Diabetiker mit intensivierter Insulintherapie:

  • Die Basalrate mittels Verzögerungsinsulin sollte auch verabreicht werden, wenn keine Mahlzeit toleriert wird.
  • Das entspricht der basalen Insulinsekretion beim Gesunden und sollte idealerweise ungefähr die Hälfte des täglichen Gesamtinsulinbedarfs beinhalten.
  • Hier besonders wichtig: Blutzucker- und Acetonkontrollen

Empfehlung für Diabetiker mit konventioneller Insulintherapie:

Die Hälfte der Gesamtinsulinmenge unter regelmäßiger Blutzuckerkontrolle verbreichen.

 

Empfehlung für Diabetiker mit oraler Therapie (Gruppe Sulfonylharnstoffe):

Medikamente für diese Zeit (während Erbrechen und/oder Durchfällen) weglassen!

 

Barbara Semlitsch, MSc

Universitätsklinik Innere Medizin

Abt. Endokrinologie & Stoffwechsel

Diabetesambulanz