Diabetes in Österreich

Im Rechnungshofbericht zum Thema Volkskrankheit Diabetes, der am 18. Oktober 2019 dem Parlament übermittelt wurde, wird scharfe Kritik geübt an

  • den fehlenden Daten über Diabetes in Österreich, 
  • der unzureichenden Versorgung und Behandlung der Menschen mit Diabetes.

 

Diabetes wird vom Rechnungshof zur wesentlichen Herausforderung für das österreichische Gesundheitswesen erklärt. Auf die problematische Situation und unzureichende Datenlage wiesen auch die Österreichische Diabetikervereinigung ÖDV und MEIN LEBEN immer wieder hin.

 

Auf bis zu ein Drittel, d. h. bis zu 300.000 Personen, wird der Anteil der Nichtdiagnostizierten geschätzt, also jener Menschen, die von ihrem Diabetes (noch) nichts wissen, daher auch nicht ärztlich behandelt werden, aber sehr wohl Gefahr laufen, schon Diabetes-Folgeschäden zu entwickeln!

 

Trotz der 2017 vom Gesundheitsministerium erstellten „Diabetesstrategie“ mit dem Ziel, die Zahl der Neuerkrankungen zu verringern, zeigt sich keine Verbesserung. Im Gegenteil: Die Zahl der Diabetiker sowie der Übergewichtigen und Adipösen steigt kontinuierlich. Bei den Risikofaktoren falsche Ernährung, mangelnde Bewegung, Alkohol- und Nikotinkonsum zeigt sich keine Verbesserung.

 

Viel zu wenige Ärzte beteiligen sich am Disease-Management-Programm „Therapie Aktiv“ – ein Hauptgrund dafür, dass die Zahl der im DMP eingetragenen Patienten nur einen Bruchteil im Vergleich zu Deutschland ausweist, dort sind 50 % der Diabetiker in einem DMP registriert.

 

Im Jahre 2011 hatte das Gesundheitsministerium eine Vereinbarung mit der Bäckerinnung zur freiwilligen Salzreduktion in Brot und Gebäck geschlossen. In den fünf Jahren danach sank der Salzverbrauch bereits um 82 Tonnen!

 

Der Rechnungshof macht nun u. a. den konkreten Vorschlag, mit der Lebensmittelindustrie eine Vereinbarung zur Zuckerreduktion in verarbeiteten Nahrungsmitteln zu treffen.