Diabetes in Schule und Kindergarten: ein Problem?

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  • Typ-1-Diabetes ist die häufigste chronische Krankheit bei Kindern und Jugendlichen. Die Anzahl der Neuerkrankungen bei den unter 5-Jährigen hat sich in den letzten Jahren verdoppelt.
  • Gute Einstellung des Blutzuckers möglichst nahe an der Norm ist die Voraussetzung für die  Vermeidung von schwerwiegenden Folgeschäden und die Basis für ein gesundes Leben trotz Diabetes.
  • Volksschulkinder sind nicht in der Lage, das Diabetes-Selbstmanagement alleine durchzuführen.
    Von Elsa Perneczky

Messen, BE berechnen und Insulin spritzen/Bolus abgeben – das geht bei
jüngeren Kindern nicht ohne Unterstützung und Mithilfe der betreuenden
PädagogInnen. Diese sind jedoch im Umgang mit Diabetes nicht ausgebildet und fühlen sich daher unsicher. Sie brauchen rasch Informationen und Instruktionen im Umgang mit Diabetes. Die ÖDV Wien führt seit Jahren „Mobile Beratungen“ in Familien neu erkrankter Kinder durch.Aber: Wie funktioniert das in Kindergarten und Schule? Die Anfragen an die ÖDV aus diesen Bereichen nehmen zu. Inzwischen hat sich der Schwerpunkt dieser Informationstätigkeit in Kindergärten und Schulen verlagert. 2010 wurden 140 Personen, Lehrerinnen und Kindergartenpädagoginnen sowie Eltern im Rahmen der Mobilen Beratung durch die ÖDV geschult.Bei dieser Einschulung geht es um Vermittlung von Grundwissen über Diabetes und Verhalten im Krisenfall, durchgeführt (in Absprache mit den behandelnden ÄrztInnen) von Mitarbeiterinnen, die genügend berufliche oder persönliche Erfahrung mit Typ-1-Diabetes haben. Die Hilfe beim Messen, Spritzen und Essen durch die PädagogInnen bleibt eine freiwillige Leistung, die aber von vielen mit großem Engagement erbracht wird.

Zu den Schulungsinhalten gehören: Ursachen des Typ-1-Diabetes und Unterscheidung vom Typ-2-Diabetes. Wie wird Diabetes behandelt? Welche Möglichkeiten der Insulintherapie gibt es? Was essen und trinken Kinder mit Diabetes? Was ist eine Unterzuckerung und deren Ursachen, typische Anzeichen und Behandlung? Verhalten bei Sport. Wie kann ich den Klassen-kameraden Diabetes erklären? Wobei ist die Hilfe der Lehrer/Betreuer wichtig? Was ist im Notfall zu tun?

Kinder mit Diabetes unterscheiden sich in ihrer Leistungsfähigkeit nicht von anderen Gleichaltrigen und sollten deshalb ebenso gefordert und gefördert werden wie ihre Mitschüler. Das ist wichtig für ihre normale Entwicklung und soziale Integration. Voraussetzung dafür ist: das Umfeld ist gut informiert und weiß, was im Krisenfall zu tun ist!

Da pro Jahr 250 Neumanifestationen österreichweit zu erwarten sind, wird
der Bedarf an Mobiler Beratung noch zunehmen.

 

Camps für Kinder/Jugendliche, Familienaktionen, Sportwochen, Info: www.diabetes.or.at/kinder