Kinder und Insulinpumpe

Foto Hofer SabinePriv.-Doz. Dr. Sabine Hofer
FA für Kinder- und Jugendheilkunde, pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie

Insulinpumpentherapie bei Kindern – wer profitiert?

Die Anzahl der an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankten Kinder nimmt in Zentraleuropa weiter zu. Vor allem eine Zunahme der Erkrankung bei unter 5-jährigen Kleinkindern stellt eine große Herausforderung für die Betreuungspersonen dar. Ziele der heutigen Diabetestherapie im Kindesalter beinhalten neben guter glykämischer Kontrolle mit HbA1c Werten kleiner gleich 7 Prozent vor allem das Erreichen einer hohen Lebensqualität und Flexibilität, sowie einer hohen gesunden Lebenserwartung ohne diabetische Spätschäden.

Für Kinder- und Jugendärzte ist es wesentlich, dass Kinder mit Diabetes eine altersentsprechende Längen- und Gewichtszunahme sowie eine normale Pubertätsentwicklung durchlaufen. Eine altersentsprechende psychosoziale Entwicklung mit der Möglichkeit Kindergarten und Schule regulär zu besuchen sind dafür wichtige Voraussetzungen. Daher ist es notwendig, Therapieformen zu wählen, die eine Fremdbetreuung der Kinder erlauben.

Insbesondere für Kleinkinder sind Therapieformen zu bevorzugen, welche den physiologischen Insulinbedarf nachahmen, wie beispielsweise die Insulinpumpentherapie. Bei Kleinkindern unter 5 Jahren wird aus diesem Grund in einigen Diabeteszentren die Insulinpumpentherapie von Anfang an, also schon bei Erstmanifestation begonnen. Im Durchschnitt werden derzeit je nach Zentrum 25 bis 40 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mit Diabetes mit einer Insulinpumpe behandelt.

Voraussetzung für eine funktionierende Insulinpumpentherapie sind eine ausreichende Krankheitsakzeptanz, die Bereitschaft regelmäßig Blutzuckermessungen durchzuführen und den Katheter regelmäßig zu wechseln. Die häufigsten Komplikationen der Pumpentherapie sind Hautveränderungen, welche kosmetisch unschöne Veränderungen zur Folge haben können.  Akute Hypoglykämien sind seltener unter Pumpentherapie zu beobachten, Ketoazidosen werden gleich häufig beobachtet wie bei jener Gruppe von Patienten, welche die intensivierte Basis Bolus Therapie anwenden. Eine Herausforderung für Ärzte und Patienten gleichermaßen stellt die sensorunterstützte Insulinpumpentherapie dar, ein weiteres Lernen mit und durch diesen neuen Daten- und Informationsgewinn ist notwendig.

Vortrag Österreichischer Diabetikertag, Innsbruck,
von Priv.-Doz. Dr. Sabine Hofer,Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde,
Fachärztin für pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie