Die Leber, wichtigste chemische Farbrik in unserem Körper

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Das lebenswichtige Organ im rechten Oberbauch, knapp unter dem Zwerchfell, hat eine Reihe spezifischer Funktionen, die besonders auch für den Diabetiker von Bedeutung sind:
Die Leber managt den Glukosestoffwechsel
, indem sie den Überschuss an Kohlenhydraten speichert und diese Speicher wieder freigibt, sobald Bedarf besteht. Sie stellt also ein Gleichgewicht her, das für die Lebenserhaltung und Funktion des Organismus notwendig ist. Man spricht hier von Homöostase.

Auch spielt die Leber eng mit der Bauchspeicheldrüse zusammen. Die Leberzellen produzieren Galle, die in der Gallenblase gespeichert und für die Fettverdauung benötigt wird. Sowohl der Fettstoffwechsel (Cholesterin, Triglyceride), als auch der Eiweißstoffwechsel (Aminosäuren) werden von der Leber geregelt. Erkrankungen wie Adipositas, Metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus sind eng mit der Stoffwechselaktivität der Leber verbunden. Sie speichert Vitamine und Spurenelemente, Kupfer, sowie Eisen für die Blutbildung und ist auch für eine normale Blutgerinnung von Bedeutung. Leber und Milz stellen gemeinsam wichtige Blutspeicher dar.

Eine besondere Rolle spielt die Leber als Entgiftungsorgan:
Sie bereitet verschiedene Stoffe – wie die verbrauchten Medikamente, Chemikalien, Zusatzmittel in der Lebensmittelindustrie (z.B. Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Fungizide, Pestizide) – chemisch so vor, dass diese Schadstoffe mit Stuhl und Harn ausgeschieden werden können. Ebenso modifiziert sie Abbausubstanzen aus unserem Stoffwechsel, wie Harnstoff, Harnsäure, so dass eine Ausscheidung möglich ist.

Der Weg von schädlichen Substanzen führt hauptsächlich über unser Verdauungssystem. Sowohl notwendige Nahrungsmittel wie auch schädliche Substanzen werden von gesunden Darmbakterien sortiert und über eine Barriere der Darmwand entweder weiter geschleust oder abgewehrt, wobei pathogene Bakterien vernichtet werden. Ist jedoch die Darmflora gestört, im schlimmsten Fall sogar die Darmwand undicht  (leaky gut), können Toxine auf dem Weg über Lymphbahnen und Blutgefäße zur Leber gelangen und dort Schaden anrichten.

Alle Venen befördern zuerst das nährstoffreiche Blut aus dem Darm zur Leber, die es filtert, dann erst gelangt das Blut über das Herz in den Körperkreislauf. 

Die gesunde Leber wird eine Zeit lang mit den Belastungen fertig, wenn diese jedoch zu hoch werden, reagiert sie mit einer Verfettung der Leberzellen. Die Fettleber ist das Ergebnis – eine der häufigsten Erkrankung in unseren Breiten, speziell bei Diabetikern Typ 2, weshalb man auch von der Fettleber-Epidemie spricht. Die ersten Anzeichen einer Fettleber sind Müdigkeit, Verdrossenheit, Antriebslosigkeit und ein deutlich spürbarer Energieverlust – „… es ist uns etwas über die Leber gelaufen!“

Die Fettleber ist, wenn man die richtigen Maßnahmen ergreift, heilbar. Andernfalls entwickelt sich aus der Fettleber im Laufe der Jahre eine Leberzirrhose, mit allen negativen Konsequenzen.

Die Natur gibt uns schon von alters her Pflanzen und Mineralien zur Hand, die speziell der Leber helfen können. Denken Sie an die gute alte Gelbwurz Kurkuma, die jungen Blätter des Löwenzahns, Artischocken und Silymarin aus den Früchten der Mariendistel, das als Radikalfänger stabilisierend wirkt.
Unter den Mineralien ist wohl Zeolith, ein fein vermahlenes Silicat, das effektivste aller Entschlackungs- und Entgiftungsmittel, das auch Schwermetalle aus unserem Körper entfernen und sogar radioaktive Substanzen, wie Cäsium und Strontium, binden kann.
Aber auch die physikalische Therapie bietet uns Hilfsmaßnamen für die Leber an – Wärme tut der Leber gut – daher feuchte Leberwickel mit Heilerde oder Wickel mit blanchierten Brennnesseln. Unsere Großmütter machten auch Kohlwickel.

Zu den wirksamsten Maßnahmen zählt wohl, auf die Ernährung zu achten! Eine gut durchmischte Kost mit wenig Fett und wenig Fleisch (einmal pro Woche genügt), Vermeiden von Röstprodukten, stark erhitzten Fetten oder Transfetten. Eine gesunde Darmflora hängt ebenfalls eng mit der Leberfunktion zusammen, so ist es z. B. sinnvoll, bei Antibiotikagabe Joghurt dazu zu nehmen. Eine geregelte Verdauung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und vor allem Bewegung in der frischen Luft stärken unsere Leber: „Laufen Sie Ihren Beschwerden weg!“

Dr .Ilse Triebnig, FA für Allgemeinmedizin und Chirurgie, Villach