Frühdiabetes. Diabetes in der Vorstufe aufhalten

Frühdiabetes (med. Prädiabetes) ist eine Vorstufe des Diabetes Typ 2, bei der der Zuckerstoffwechsel bereits gestört ist und eine fallweise abnorme Nüchternglukose bzw. eine gestörte Glukosetoleranz vorliegt. Prädiabetes verläuft zumeist symptomlos und von den Betroffenen unbemerkt. Dabei ließe sich bei rund 60 % durch eine gezielte Änderung des Lebenstils ein manifester Diabetes verhindern.

Das Österreichische Akademische Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE) startete deshalb Anfang dieses Jahres die österreichweite Informationskampagne „Frühdiabetes erkennen – Diabetes verhindern“, mit dem Ziel, auf Frühdiabetes aufmerksam zu machen und Ärzte zur routinemäßigen Durchführung von Tests zu animieren. Diagnostiziert werden kann Frühdiabetes sehr einfach mittels Bluttests mit Fingerstich durch Hausärzte und Internisten sowie durch Zuckerbelastungstests im Labor. MR Dr. Gabriele Müller-Rosam, niedergelassene Internistin aus Wien, forderte daher regelmäßige Screenings der Risikogruppen: „Übergewichtige Personen sollen alle drei Jahre getestet werden, ab dem 45. Lebensjahr auch alle Personen mit anderen Risikofaktoren wie positive Familienanamnese, erhöhte Blutdruckwerte, Dyslipidämie oder körperliche Inaktivität. Gerade diese Personen suchen wegen anderer Beschwerden ohnehin häufig Ordinationen auf – hier liegt es also in der Verantwortung der niedergelassenen Ärzte, diese routinemäßig auch auf Frühdiabetes und Diabetes zu testen.“

Aber nicht nur Erwachsene sind von Frühdiabetes betroffen, auch bei Jugendlichen mit Übergewicht kann in 10-15 % ein Prädiabetes diagnostiziert werden! Dabei ist es „höchstwahrscheinlich, dass der Übergang vom Prädiabetes zu einem manifesten Diabetes bei Kindern und Jugendlichen viel schneller vor sich geht, als bei Erwachsenen“, warnt Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm, Präsident des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin.

Wurde ein Frühdiabetes rechtzeitig erkannt, so kann durch eine vernünftige Ernährung und ausreichend Bewegung die Entwicklung der Zuckerkrankheit aufgehalten werden. Laut Kurt Widhalm, sollten dabei 4-5 der folgenden Lifestyle-Ziele erreicht werden:

  • Gewichtsverlust um ca. 5 %
  • Fettaufnahme < 30 % der Gesamtenergiezufuhr
  • < 10 % Verzehr an gesättigten Fetten
  • Erhöhung der Zufuhr an Ballaststoffen (> 15 g/ 1000 kcal)
  • Erhöhung der körperlichen Aktivität auf mindestens 4 Stunden pro Woche

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Kampagnen-Website: www.diabetes-verhindern.at. Mit dem validierten FINDRISK Tests der Deutschen Diabetes Stiftung kann das persönliche Risiko, in den nächsten 10 Jahren an Diabetes Typ 2 zu erkranken, online berechnet werden.