Hypoglykämie - Unterzuckerung

FotoHypoglykämien treten auf, wenn dem Körper nicht genug Zucker zur Verfügung steht. Umgangssprachlich verwenden wir auch die Begriffe Unterzuckerung oder Hypo.
Von Kristina Glantschnig

Hypoglykämie bedeutet „zu wenig Zucker im Blut“ und gilt als Komplikation bei der Diabetesbehandlung mit Insulin und blutzuckersenkenden Medikamenten. Als Unterzuckerung bezeichnet man alle Blutzuckerwerte unter 50mg%, auch wenn dabei keine Symptome (Anzeichen einer Unterzuckerung siehe unten) auftreten.

Wer ist gefährdet?
Jeder Diabetiker/jede Diabetikerin, der/die mit Insulin behandelt wird oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente (Gruppe der Sulfonylharnstoffe, selten Glinide) einnimmt.

Symptome der Unterzuckerung

Die Symptome einer Unterzuckerung entstehen durch den Zuckermangel im Gehirn und durch die körpereigene Gegenregulation mittels Ausschüttung von Stresshormonen, welche den Blutzucker wieder ansteigen lassen. Die Symptome sind von Person zu Person unterschiedlich. Es ist wichtig, die eigenen Warnsymptome zu (er)kennen damit eine rasche Gegensteuerung erfolgen kann.

Symptome einer leichten Unterzuckerung sind Schweißausbruch, Heißhunger, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Nervosität, weiche Knie. Bei einer leichten Unterzuckerung kann man selbst gegensteuern und mit schnellwirkenden  Kohlenhydraten den Blutzucker wieder anheben.

Eine mittelschwere Unterzuckerung geht mit weiteren Symptomen einher, das können unter anderem Seh- und Sprachstörungen sowie ungezieltes Denken und Handeln sein.

Fällt der Blutzucker weiter ab, kommt es zur schweren Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit und möglichen Krampfanfällen. In diesem Zustand ist der Betroffene nicht mehr in der Lage entsprechend zu handeln und ist auf fremde Hilfe angewiesen.

Maßnahmen bei Unterzuckerung

  1. Essen Sie 1 bis 2 BE schnell wirksame Kohlenhydrate (Traubenzucker, gesüßte Säfte) und setzen Sie sich hin; körperliche Aktivitäten unterbrechen
  2. Kontrolle des Blutzuckers
  3. Essen Sie 1 bis 2 BE langsam wirkende Kohlenhydrate, um einen weiteren Blutzuckerabfall zu vermeiden (Obst, Brot)

Tipps zum Vermeiden von Hypoglykämien

  • Einhalten der Kohlenhydratmenge
  • Beachten der richtigen Insulin-  bzw. Medikamentendosis und deren Anwendung
  • Kennen der persönlichen „Hyposymptome“
  • Regelmäßige BZ-Kontrollen und deren Dokumentation, um Therapie anzupassen
  • Hypoglykämien dokumentieren und überlegen, was der Grund gewesen sein könnte

Unterzuckerungen können unter der Diabetestherapie durchaus vorkommen und sollten als Komplikationen gesehen werden, jedoch nicht zu sehr abschrecken. Durch eine gute Schulung sowie Kennen der Symptome und Sofortmaßnahmen können weitere Komplikationen vermieden werden und einer guten Hypoglykämievorsorge steht nichts mehr im Wege.

Quellen:
Schmeisl G.W.; Schulungsbuch für Diabetiker, Urban&Fischer, 7. Auflage, 2011
Prof. Dr. Standl E., Prof. Dr. Mehnert H.; Das große TRIAS-Handbuch für Diabetiker. Typ 1 und Typ 2: alles was Ihnen hilft – für ein aktives Leben ohne Einschränkungen. Trias Verlag, 9. Auflage, 2010
VÖD; StGKK (Hrsg.) Therapie Aktiv. Diabetes im Griff. Patientenhandbuch. Diabetes mellitus Typ 2. Medienfabrik Graz, 3. Auflage, 2008.
MedMedia Verlags-und Mediaservice GesmbH (Hrsg.). Gesundheitsratgeber; Diabetes und seine Folgen verstehen. 2. erweiterte Neuauflage, 2011

Kontakt:

Kristina Glantschnig
DGKS, Diabetesberaterin in Ausbildung
Univ. Klinik für Innere Medizin
Klinische Abteilung für Endokrinologie & Stoffwechsel
Auenbruggerplatz 15, 8036 Graz

Mail: kristina.glantschnig@klinikum-graz.at