Lernen im Schlaf? Ja!

Aber das Gehirn benötigt dafür mindestens sieben Stunden Schlaf

Wer vor einer Prüfung bis spät in die Nacht noch lernt, erreicht nicht den erhofften Erfolg. Guter und ausreichender Schlaf, weiß die Schlafwissenschaft seit Langem, ist wichtig, um Gelerntes im Gedächtnis zu speichern. Wie das genau passiert, weiß man zwar noch nicht, aber „…das Gehirn arbeitet nachts ebenso kompliziert“, so Schlafmediziner Dieter Kunz, Chefarzt am St.-Hedwig-Krankenhaus Berlin. Dass das im Schlaf gebildete Gedächtnis ein aktiver Prozess des Gehirns ist, stellte auch Schlafforscher und Leibnitz-Preisträger Jan Born von der Universität Tübingen fest und „.. je tiefer der Tiefschlaf, umso größer die Gedächtnisleistung“.

Schlafmangel hingegen macht nicht nur unkonzentriert und stellt daher auch ein Risiko am Steuer dar. Im Mäuseversuch zeigte sich sogar, dass bei anhaltendem Schlafmangel Gehirnzellen zugrunde gehen. Ob diese irreparablen Schäden auch beim Menschen auftreten, ist allerdings noch nicht erforscht.

Ebenfalls seit langer Zeit strittig ist, ob der Mond die Schlafqualität beeinflusst. Nun haben erneut deutsche Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Schlaf und Mondphasen anhand der Schlafdaten von 1265 Probanden und 2097 Nächten untersucht, konnten aber weder im Rahmen ihrer Studie, noch in bisher unveröffentlichten Analysen von weiteren über 20.000 Schlafnächten einen belegbaren Zusammenhang erkennen.

Zu etwas anderen Ergebnissen kam eine schwedische Studie mit 47 gesunden Probanden im Alter von 18 bis 30 Jahren. Dort stellte sich heraus, dass die Geräuschempfindlichkeit bei Vollmond am höchsten ist. Die Personen schliefen bei Vollmond durchschnittlich um 25 Minuten kürzer und hatten größere Einschlafschwierigkeiten.

Bei älteren Menschen nehmen die Tiefschlafphasen ab. Die Effekte von Versuchen, dies zu verbessern, blieben nur moderat.

Mindestens sieben Stunden Schlaf in dunkler Umgebung und ausgerichtet an der inneren Uhr bleibt also der Rat an alle, die über Nacht etwas lernen wollen!

apa