Organtransplantation in Österreich

Nieren von Lebendspendern günstiger – lange Wartezeiten bei Nieren
Während im Vorjahr die Zahl der Organtransplantationen in Österreich gestiegen ist, reduzierte sich laut Transplant-Jahresbericht 2013 (Gesundheit Österreich GmbH)
anteilsmäßig die Zahl der Organspender. Zum Eurotransplant-Verbund gehören neben Österreich Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Slowenien und Ungarn.

In Österreich befanden sich 1.000 Patienten zu Jahresende 2013 auf der Warteliste für eine Organtransplantation. Seit fast zwanzig Jahren besteht in Österreich auch ein Widerspruchsregister, in dem derzeit knapp 32.000 Personen eingetragen sind. Es gibt aber auch Personen, die ihren Widerspruch dort wieder streichen ließen.

Die Universitätsklinik Wien führte 2013 400 Organtransplantationen durch und lag damit weit vor den anderen Zentren (Universitätsklinik Innsbruck 206, Universitätsklinik Graz 83, Region Linz 73). Die mit Abstand meisten Organspenden wurden in Kärnten gemeldet.

Die Wartezeiten waren im Vergleich zu 2012 leicht gestiegen. Auf eine Herztransplantation musste durchschnittlich 3,6 Monate gewartet werden, eine Lunge 3,4 Monate, Leber 4 Monate – also jeweils wesentlich weniger als ein Jahr. Demgegenüber betrug die Wartefrist auf eine Niere durchschnittlich 41,5 Monate! Diese lange Wartezeit müssen die Betroffenen mit Hilfe der Dialyse überbrücken, was ebenfalls eine starke Einschränkung der Lebensqualität bedeutet, abgesehen von den Dialyse-Kosten. Es gilt außerdem als erwiesen, dass bei Patienten, die bereits nach kurzer Dialysedauer eine Niere erhalten, die Überlebenszeit des transplantierten Organs deutlich länger ist, als nach zwei- oder dreijähriger Dialyse.

Eine Ersatzniere von einem Lebendspender aus dem blutsverwandten Familienkreis ist meist ein besonders genau passendes Organ. Obwohl sie also immunologisch besser passen und auch länger funktionieren, sind Nieren von Lebendspendern in Österreich allerdings die Ausnahme. In den USA kommt dagegen jede zweite Niere von einem Lebendspender, in Deutschland und Dänemark jede dritte Niere.
Der Innsbrucker Internist Hannes Neuwirth, der sich intensiv mit dem Thema „Anforderungen an Lebendspender“ befasste, merkt an:
„Die Lebendspende ist das höchste Gut, das man dem Empfänger bieten kann“.

Quelle www.goeg.at/de/BerichtDetail/Transplant-Jahresbericht-2013, SN