Erfolg motiviert!

Der erfolgreiche Kampf gegen unser zumeist wenig geliebtes Hüftgold bringt nicht nur gebesserte Blutzuckerwerte: Insbesondere unterstützt durch GLP-1-Rezeptor-Agonisten lassen sich auch wichtige Eckpunkte wie kardiovaskuläre Probleme, Fettleber und die Sterblichkeit positiv beeinflussen. 

„Lass Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!“

Dieser Satz stammt vom Begründer der Medizin als Wissenschaft, Hippokrates von Kos (ca. 460 bis 370 v. Chr.). Dieser Rat klingt so simpel und wird doch so selten befolgt. Unser Lifestyle mit Bewegungsmangel, Stress und Überernährung begünstigt zahlreiche Erkrankungen. Das Gewicht ist bei Diabetes ein zentraler Punkt für ein bestmögliches Therapiemanagement. Viele erlebten bereits Rückschläge auf ihrem Weg zum Zielgewicht und hadern mit ihrem Durchhaltevermögen. Information und Motivation sollen Sie, liebe Leser, gut durch Ihr Leben bringen. Eine gute Nachricht voraus: Unser Durchhaltevermögen kann – anders als zu Zeiten von Hippokrates – medikamentös gestärkt werden.

Wirrwarr um Diäten – worauf achten?

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Diäten, Fastenkuren und Ernährungsempfehlungen, die auf verschiedenen Konzepten beruhen. Sehr verbreitet waren in den letzten Jahren kohlenhydratarme (Low-Carb-)Diäten, die insbesondere Diabetikern empfohlen wurden. Der Anteil an Kohlenhydraten liegt hier oft unter 30 % (Empfehlung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft: 40 bis 65 %), was logischerweise eine entsprechende Erhöhung des Fett- und Eiweißanteils mit sich bringt. Eine große Studie aus den USA (Beobachtungszeitraum: 26 Jahre) belegte bereits 2010 Erstaunliches: Basiert eine solche Diätform auf tierischen Produkten, erhöht sich die Sterblichkeit (kardiovaskuläre Ereignisse, Krebs). Im Gegensatz dazu konnte eine pflanzenbasierte Low-Carb-Ernährung die Mortalität senken. Dass zu hohe Kohlenhydratanteile die Sterblichkeit erhöhen, konnte gezeigt werden, aber: Das gilt umgekehrt aber auch für allzu niedrige Kohlenhydratanteile (< 40 %)! 

Hier erkennt man ein häufiges Problem vieler Diäten (Diät = Ernährungsform über einen limitierten Zeitraum mit einem Ziel wie zumeist Gewichtsreduktion) und propagierter Ernährungsformen: Unausgewogenheit. Manche davon können initial für eine Gewichtsreduktion sorgen, sind aber nicht dauerhaft umsetzbar oder gar gesundheitlich schädlich! Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihr geplantes Vorhaben – vielleicht kann bei Motivationsproblemen und Rückschlägen auch der Einsatz von GLP-1-RA ein Thema sein.

„La dolce vita“ – die „Mittelmeerdiät“ 

Die mediterrane Ernährung gilt als besonders gesund, doch ist darunter nicht der Speiseplan zu verstehen, dem wir uns im Urlaub genussvoll hingeben. Die Basis sind vielmehr Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Nüsse, Fisch, wenig Fleisch (möglichst kein rotes Fleisch), hochwertiges Olivenöl und moderater Alkoholkonsum. Insgesamt also ein hoher Fettanteil (pflanzliche Fette, Fisch) mit nur wenigen einfachen Kohlenhydraten. Studien zeigen, dass diese Ernährungsform klar positive Effekte auf den oft herangezogenen MACE-Komposit (kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall) hat. 

Warum abnehmen – und nicht einfach eine größere Hose kaufen?

Der gesundheitliche Schaden durch Adipositas ist gut dokumentiert und steht außer Frage. Wenn der Body-Mass-Index (BMI) über 30 liegt, ist es an der Zeit, etwas zu unternehmen! 

Es tut uns gut, unseren Körper zu entlasten. Selbstverständlich ist die Auswirkung auf den Blutzuckerwert rasch zu bemerken. Doch das ist bei Weitem nicht alles: Längst ist der Zucker nicht mehr allein im Blickfeld! Bei aller berechtigten Sorge um die bekannten drohenden Folgen eines langzeitig schlecht eingestellten Diabetes rücken weitere Faktoren in den Fokus. 

Angesichts der Tatsache, dass 9 von 10 Typ-2-Diabetikern Übergewicht haben und auch immer mehr Typ-1-Diabetiker zusätzlich eine Insulinresistenz durch zu hohes Körpergewicht aufweisen, ist das Thema „Abnehmen“ im Bereich der Diabetologie allgegenwärtig. Übergewicht begünstigt die Entstehung/Verschlechterung von Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Thrombosen, nichtalkoholischer Fettleber, Schlafapnoe, Asthma, Inkontinenz und wohl auch Arthritis. Diesen Komorbiditäten kann vorgebeugt bzw. entgegengewirkt werden! 

Erfolg ist der größte Motivator!

Was motiviert uns am meisten, um eine Anstrengung durchzuhalten? Sichtbare, zählbare Erfolge! Doch was, wenn diese ausbleiben? Hier kommen die eingangs erwähnten GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) ins Spiel. Diese bringen zahlreiche positive Effekte mit sich. Dazu zählt eine belegte Reduktion des kardiovaskulären (CV-)Risikos. Angesichts der Tatsache, dass 2 von 3 Todesfällen bei Typ-2-Diabetikern auf CV-Erkrankungen zurückzuführen sind, ist allein dieser Benefit eine Überlegung wert, einen GLP-1-RA in das Therapieregime zu implementieren. 

GLP-1-RA helfen, das Gewicht in kurzer Zeit zu senken und so die Motivation zu erhöhen, weiter Gewicht zu verlieren. Eine Gewichtsabnahme von 5 kg scheint Erfahrungsberichten zufolge üblich zu sein. Und: GLP-1-RA können nötigenfalls auch mit Insulin kombiniert werden und behalten dabei ihre CV-protektive Wirkung bei. Weiters können sie der oft beobachteten Gewichtszunahme unter Insulintherapie erfolgreich entgegenwirken. 

Ein weiterer Pluspunkt: Diabetikern mangelt es nicht selten an gesundem Sättigungsgefühl. GLP-1 ist ein natürliches Sättigungshormon. In Kombination mit einer verzögerten Magenentleerung tritt somit früher ein Sättigungsgefühl ein, was eine verringerte Nahrungsaufnahme mit sich bringt.  

Was erfreut uns mehr als ein zufriedener Blick auf die Anzeige der Waage? Nützen Sie die Möglichkeiten, die sich Ihnen bieten – mithilfe Ihrer Selbstdisziplin oder auch unterstützt von modernsten Möglichkeiten.